Dresdner Forensische Frühjahrstagung

25. Dresdner Forensische Frühjahrstagung

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

 

Pandemie-bedingt konnte die Frühjahrstagung weder 2020 noch 2021 zum gewohnten Termin nach Christi Himmelfahrt stattfinden.

 

In der Hoffnung darauf, dass im Herbst 2021 eine Präsenzveranstaltung wieder möglich sein wird, laden wir Sie nunmehr für Freitag, den 22. Oktober 2021, nach Dresden ein zur 25. Dresdner Forensischen Frühjahrstagung mit dem Themenschwerpunkt

 

 

Theorie und Praxis der Forensischen Psychopathologie
- zum 100. Geburtstag von Werner Janzarik (1920-2019)

 

 

Wir sind optimistisch, dass im Herbst wieder eine Tagung in gewohntem Rahmen möglich sein wird, weshalb wir vorläufig eine Präsenzveranstaltung in Dresden planen.

 

Der Neustart nach zwei ausgefallenen Tagungen rechtfertigt womöglich weiterhin den Titel Frühjahrstagung, ebenso die Hoffnung auf die Kontinuität des lebendigen Austauschs verschiedener Fachdisziplinen wie bei den 24 Tagungen zuvor.    

 

Parallel bereiten wir eine Hybrid-Veranstaltung vor, die eine Online-Teilnahme auch aus der Ferne ermöglicht. Den aktuellen Planungsstand teilen wir auf dieser Homepage mit. In der Hoffnung, Sie am 22. Oktober 2021 wieder in Dresden begrüßen zu können - bleiben Sie gesund und der Frühjahrstagung gewogen.

 

 

 

 

Prof. Dr. rer. nat. Dr. med. Michael Bauer (Dresden)

Dr. med. Jan Lange (Dresden)

Prof. Dr. med. Henning Saß (Aachen)

Dr. med. habil. Matthias Lammel (Berlin)

Dr. med. Stephan Sutarski (Dresden)

Dr. med. Steffen Lau (Zürich)

 

 

 


 

 

Forensische Psychiatrie in Dresden

 

1887 

Georg Ilberg (1862 - 1942) trat nach Abschluss des Medizinstudiums eine Stelle als Hilfsarzt in dem von Sigbert J. M. Ganser (1853 - 1931) geleiteten Städtischen Irren- und Siechenhaus Dresden-Löbtau an. Während seiner Heidelberger Zeit von April 1889 bis Mai 1893 traf Ilberg auf Emil Kraepelin (1856 - 1926) und nahm an dem "forensisch-psychiatrischen Praktikum (teil), das Kraepelin im Sommersemester 1892 in Heidelberg für Juristen und Mediziner abhielt" (1). 

1894 

Am 7. März 1894 erfolgte die Konstituierung der Forensisch-Psychiatrischen Vereinigung zu Dresden (FPVD) durch 7 Juristen, 2 Bezirks- und Gerichtsärzte sowie 7 Psychiater (2). Wesentliche Impulse für diese Gründung sind von dem an die Heilanstalt auf dem Sonnenstein bei Pirna zurückgekehrten Ilberg ausgegangen, der sich gern als Schüler von Ganser und Kraepelin bezeichnete und der in einem Nachruf darauf hinwies, dass "Prof. Kraepelin ... gewissermaßen als der geistige Vater der Dresdner forensisch-psychiatrischen Gespräche" bezeichnet werden könne. Die Mitgliederzahl pegelte sich in den nachfolgenden Jahrzehnten auf etwa 100 Personen ein, wobei Mediziner und Juristen paritetisch vertreten waren. Illberg berichtete regelmäßig in der "Allgemeinen Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin" in den von ihm zusammengestellten Protokollen und Referaten  über die Inhalte der Sitzungen (3). 

1938

Die 280. Sitzung der FPVD, über die 1938 in der Allgemeinen Zeitschrift für Psychiatrie berichtet wurde (4), ist offenbar die letzte Sitzung gewesen.   

1963 

Im Jahre 1963 übernahm Ehrig Lange (1921 - 2009) - aus Jena von Rudolf Lemke (1906 - 1957) über Mühlhausen kommend - Klinik und Lehrstuhl für Neurologie und Psychiatrie an der Medizinischen Akademie "Carl Gustav Carus" in Dresden. Er war einer der wesentlichen Protagonisten der forensischen Begutachtungspsychiatrie der DDR (5). Nach einer Zäsur von 25 Jahren wurden nun auch in Dresden wieder forensische Themen diskutiert (6). 

1983

Im Rahmen dessen wurde 1983 auch an die Tradition der Dresdner forensisch-psychiatrischen Gespräche angeknüpft, die seither kontinuierlich mit der Zahl von 3 - 4 Sitzungen pro Jahr fortgeführt werden. Am 19.11.2009 hat es das 90. Forensisch-psychiatrische Gespräch gegeben.

1994 

Nachdem 1992 auf der BAB 9 während der Autofahrt zur Münchner Forensischen Herbsttagung der Gedanke aufgekommen war, die Dresdner Forensische Frühjahrstagung gleichsam als Pendant zu begründen, wurde 1994 die erste Tagung durchgeführt - 100 Jahre nach der Gründung der FPVD. Zu den ersten 7 Tagungen wurden die Abstracts der gehaltenen Vorträge an die Teilnehmer ausgegeben. Mit der 8. Tagung wurde begonnen, die überarbeiteten Vorträge gemeinsam mit anderen Arbeiten zum Thema in Buchform zu publizieren (siehe: Veröffentlichungen).

Seit 1994 fand die Dresdner Forensische Frühjahrstagung mit wenigen Ausnahmen am Freitag nach dem Feiertag Christi Himmelfahrt statt (siehe: Frühere Tagungen), um insbesondere auswärtigen Besuchern die Möglichkeit eines längeren Aufenthaltes in Dresden zu geben.

 

Quellen

(1) Ilberg G (1906) Bericht über die ersten 100 Sitzungen der forensisch-psychiatrischen Vereinigung zu Dresden. Juristisch-psychiatrische Grenzfragen. Bd. IV, Heft 2, 48-61 

(2) Ilberg G (1897) Die forensisch-psychiatrische Vereinigung zu Dresden. Allg Z Psychiat 53: 583-598 

(3) Sutarski S, Bach O (1992) Die Forensisch-psychiatrische Vereinigung in Dresden: Ein Beispiel interdisziplinärer Zusammenarbeit von Psychiatern und Juristen in Sachsen. In. Bach O, Felber W (Hrsg) Psychiatria Dresdensis. Schriften der Med Akad Dresden. Dresden, Carus-Akademie, Bd. 26, 77-82 

(4) Berichte der 265. bis 280. Sitzung der Forensisch-psychiatrischen Vereinigung zu Dresden. Allg Z Psychiat 108 (1938) 380ff. 

(5) Lammel M (2008) Forensisch Psychiatrie in der DDR. Anmerkungen unter besonderer Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben. In: Six A T I (Hrsg) Forensische Psychiatrie in Brandenburg. Entwicklungen und Brennpunkte. be.bra wissenschaft verlag GmbH, 71-100 

(6) Lammel M (1992) Der idiographisch-kommunikative Aspekt im Rahmen einer anthropologisch verstandenen Psychopathologie - Über den Beitrag E. Langes zur Kasuistik in der Psychiatrie. In: Bach O, Felber W (Hrsg) Psychiatria Dresdensis. Schriften der Med Akad Dresden. Dresden, Carus-Akademie, Bd. 26, 9-25 



25. Dresdner Forensische Frühjahrstagung

Neuer Termin:

22. Oktober 2021

 

Thema:

Theorie und Praxis der Forensischen Psychopathologie
- zum 100. Geburtstag von Werner Janzarik (1920-2019)

 

Ort:

Sächsische Landesärztekammer 

Schützenhöhe 16 

01099 Dresden

 

 

Dank:

Wir danken den Ausstellern und Sponsoren, die mit ihrer Unterstützung einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leisten:  

 

Aristo Pharma GmbH 

Lehmanns Media GmbH